Trauma beim Pferd

 

 

Wie erkenne ich ein Trauma bei meinem Pferd?

 

Das ist nicht immer einfach, denn das Pferd kann, je nach Persönlichkeit, ganz verschiedene Symptome zeigen, auch abhängig davon, wie schwer das Trauma war und wie lange es schon zurückliegt.

 

Wenn du das Gefühl hast, dass mit deinem Pferd etwas nicht stimmt, es eine Verhaltensänderung oder sogar eine Wesensveränderung zeigt, solltest du an ein Trauma bzw. eine Posttraumatische Belastungsstörung denken. So etwas kann auch nach Jahren durch eine ähnliche Situation, durch Veränderung in den Lebensumständen oder durch dauerhaften Stress ausgelöst werden.

 

Da man beim Kauf eines Pferdes nicht weiß, was in seiner Vergangenheit alles vorgefallen ist, wird man manchmal mit unliebsamen Überraschungen konfrontiert.

 

 Der Begriff „Trauma“ bezeichnet eine seelische Verletzung durch ein stark belastendes Ereignis. Beim Menschen gehören zum Beispiel Naturkatastrophen, schwere Unfälle, Vergewaltigungen, Terroranschläge oder Kriegserlebnisse dazu, sowie fortlaufender Missbrauch oder Gewalterfahrung. Traumata, die von Menschen zugefügt werden, haben schwerere psychische Auswirkungen als solche, die nicht durch menschlichen Einfluss entstehen.

 

Beim Pferd geht es oft um Traumata, die ihm der Mensch zugefügt hat, also Misshandlung, einmalig oder durch fortlaufende Anwendung von extremen Druck oder Gewalt. Das löst starken Stress, Gefühle der Hilflosigkeit und Panik aus. In der Folge verliert das Pferd auch das Vertrauen zum Menschen. Dadurch kommt es in einen Gefühlszwiespalt, denn es ist ja in seiner Versorgung vom Menschen abhängig.

 

Als Reaktion auf eine als bedrohlich erlebte Situation gibt es drei Möglichkeiten und das ist bei Menschen und Pferden gleich:

 

  • Flucht
  • Kampf
  • Erstarren

 

Von seiner Wesensnatur her würde das Pferd als erstes flüchten. Kann es das nicht, wird es sich ja nach Typ wehren oder aufgeben, sich unterwerfen. Es kann auch sein, dass es eine Zeit lang kämpft und irgendwann aufgibt, das nennt man ein gebrochenes Pferd.

So ein Pferd fügt sich in sein Schicksal, aber es ist seiner Würde beraubt und hat keine Lebensfreude mehr. Der Blick seiner Augen ist leer. Es tut das, was von ihm verlangt wird, muss aber vielleicht dauernd getrieben werden, reagiert nicht mehr auf Hilfen, stumpft ab.

 

Die Wesensveränderungen eines traumatisierten Pferdes können vielfältig sein, manchmal entwickeln sie sich schleichend, manchmal plötzlich. Das erfordert genaue Beobachtung und es sollten andere Ursachen, z.B. körperliche Erkrankungen, ausgeschlossen werden. Das ist nicht immer einfach. Ich empfehle, dabei auf sein Gefühl zu vertrauen.

 

Wenn ein Pferd auf einmal viel schreckhafter ist als vorher oder bestimmte Orte, Personen oder Situationen zu vermeiden versucht, ist die Sache leicht zu erkennen. Aber wenn es sich eher in sich zurückzieht, keine Beziehung zum Menschen oder auch zu anderen Pferden aufbaut, denkt man nicht sofort an ein Trauma.

Auch bei bösartigen, aggressiven Pferden liegt oft ein Trauma zugrunde.

 

Traumatisierte Pferde können auch körperliche Symptome entwickeln. Jedes Trauma wird in den Körperzellen gespeichert, das weiß man mittlerweile aus der Traumaforschung.

 

Das bedeutet, dass der Stoffwechsel der Zelle gestört ist, weil die Energie nicht mehr frei fließen kann und somit kann sie ihren spezifischen Aufgaben nicht mehr voll nachkommen. Dadurch ist z.B. die Immunabwehr beeinträchtigt und das Pferd wird anfälliger für Krankheiten, die je nach Typ ganz verschieden sind.

 

Bei fast allen Pferden kommt es durch die erhöhte innere Spannung zu einer erhöhten Muskelspannung, hauptsächlich der Rückenmuskulatur. Bei manchen Pferden ist das Lymphsystem betroffen und es bilden sich Schwellungen an verschiedenen Körperstellen, oft nach leichten Verletzungen, weil die Lymphe nicht mehr richtig abfließen kann.

 

Auch das Verdauungssystem ist betroffen, denn es hat an seiner großen Oberfläche sehr viele Neurorezeptoren, die alle energetischen Schwingungen aus der Umgebung aufnehmen. Das ist ein Grund, warum Pferde zu Koliken neigen. Auch ein geblähter, sehr gespannter Bauch gehört zu den Symptomen, die sich zeigen können.

 

Das sind einige, aber bei weitem nicht alle Beispiele.

 

Aus meiner Erfahrung ist das Wichtigste, die körpereigene Energie wieder ins Fließen zu bringen und das Energiesystem zu harmonisieren. Dadurch kann sich die gespeicherte traumatische Erfahrung wieder lösen.

 

Dann solltest du allen Druck aus dem Umgang mit dem Pferd nehmen, passive Zeit mit ihm verbringen und keine Anforderungen stellen. Aber gleichzeitig solltest du ihm zeigen, dass du ein freundschaftliches Verhältnis mit ihm eingehen möchtest, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Dafür musst du in der Lage sein, körperlich, emotional und mental mit ihm zu kommunizieren. Das beginnt mit der Bewusstwerdung der eigenen Körperenergie, der eigenen Gefühle und der klaren Ausrichtung deines Geistes.

 

Um das Pferd zu entspannen und wieder auf gute Weise mit seinem Körper zu verbinden, können leichte Massagen, Tellington-Touches oder andere Techniken angewendet werden. Oder einfach das Pferd dort kraulen oder kratzen, wo es gern berührt werden möchte.

 

Als Grundlage solltest du für eine Umgebung und Haltungsbedingungen sorgen, wo sich das Pferd wohl fühlt und ausreichend Bewegung mit Artgenossen hat.

 

 

Wenn du auf diesem Weg Unterstützung brauchst, kontaktiere mich gern!

 

Lies dazu gerne die Geschichte eines Heilungsweges in meinem Blog!